Schon immer faszinierten mich die ferngesteuerten
Modelle, die von Geisterhand durch die Landschaften fahren. Auch der Wunsch eines solchen Modells war schnell da, doch platzte er genauso schnell, wie er da war. Einfach zu teuer und die Frage :
,,Kann ich sowas überhaupt selbst bauen?”
Im November 2008 war es endlich soweit, ein “verfrühtes”
Weihnachtsgeschenk war da. Mithilfe meines Vaters bot sich dann an. Mit zahlreichen Werkzeugen und Ideen gingen wir an dieses Modell ran. Ich war eher etwas pessimistisch, ob auch alles so klappt, wie es
sollte?
Unser Ziel war es, soweit wie möglich an die Realität zu
gehen und auch die Technik nur kaum zu sehen.
Wie zu sehen, ist uns dies bis jetzt gut gelungen.
Als Basis diente uns ein Scania R580 Tandem von Herpa.
Der Vorteil : Die Technik kann in den hinteren Bereich eingebaut werden, somit ist sie (fast) nicht zu sehen.
Zum Test, ob auch alles wirklich funktioniert,
haben wir eine kleine Testschaltung gebaut, es funktionierte auch alles und so fingen wir an...
Zuerst haben wir den Motor eingebaut, dafür
frässten wir ein Loch in den Boden im Laderaum.
Anschließend wurde auch der Servo eingepasst, wie zuvor,
wurde auch hier ein Loch im Boden des Laderaums gefrässt.
Der Motor sitzt im Chassis perfekt drinne, die
Frage bot sich, diesen überhaupt zu befestigen. Aus reinen Sicherheitsgründen haben wir ihn dann doch befestigt, dazu bohrten wir vorsichtig ein Loch in den Motor, in der Hoffnung nichts zu
beschädigen. Dies gelang uns auch sehr gut, wobei uns leider der Bohrkopf abgebrochen ist.
Wir öffneten schließlich den Motor und holten das
abgebrochene Stück heraus, hier war höchste Vorsicht geboten! Die größten Probleme und Gedanken machte uns aber die Lenkung, wie sollten wir diese realisieren? Um uns einige Ideen zu holen, benutzten wir
das Internet und die Fachliteratur für RC Modelle im Maßstab 1:87.
In unserem eigenen Kopf kam uns dann doch noch zahlreiche Ideen.
Zur Probe haben wir die Lenkung ins Modell eingebaut und den Lenkausschlag getestet. Da mussten wir leider feststellen, dass der Lenkausschlag durch das Modell und dem Radkasten selbst, sehr beschränkt wird.
Mit einem Heißföhn haben wir den hinteren Teil des Radkastens erhitzt und konnten so das Blech weiter nach hinten ziehen. Doch das reichte leider nicht aus, der Bohrer aus dem Zahnarztbedarf half uns weiter, den
Lenkausschlag zu vergrößern.
Fräsen und heißföhnen bewirkten wahre
Wunder.
Ich entfernte mich etwas dem Technikbereich und wandte mich
den anstehen Malereien zu, das Fahrerhaus wollte ich nach meinem Wunsch aufwerten, als Vorbild dienten mir einige Fotos von Hadel.net (Großes Danke an Jens!), die Bilder aus dem Design Edition Fahrerhaus boten mir die Vorlage, das Fahrerhaus auch so umzugestalten.
Die Farbspritzer vom Pinsel und die Übermalungen
werden dank Frank’sTrickkiste noch abgeschabt.
Vorher und Nachher, nichts wurde im Fahrerhaus
vergessen!
Auch das Fahrerhaus wurde von innen passend
gestaltet.
Das Fahrerhaus in Form einer Design Edition
gestaltet sich sehr dynamisch.
Wieder zurück im Technikbereich : Wie bereits erwähnt,
wollten Papa und ich so nah wie möglich an der Realität bleiben, das galt natürlich auch für die Lichter.
Diese Rückleuchten sind zwar ganz praktisch, allerdings
weicht dies der Realität sehr ab. Denn ein Kennzeichen sollte eigentlich nicht fehlen... Dazu nahmen wir wieder den Fräser zur Hand und frässten ein passendes Loch in die Rückleuchten von unserem Grundmodell.
Später wurde noch ein Skalpell zur Hilfe genommen.
Unten : Hier kann man nochmal gut erkennen, wie wir die
Lichtplatine am Heck verdeckt haben, genauso werden wir am Hänger vorgehen.
Das Fahrlicht vorne und die Blinker wurden hinter
der Plastik “Verglasung” eingeklebt und auch passend gelötet.
Teile von einer roten, orangen und weißen Led haben wir
heraus geschnitten und in den Ramen eingeklemmt, dies zeigte sich bei dem Lichttest auch sehr realitätsnah. Eigentlich machten die sich gar nicht schlecht. Aber ob das wohl auswirkungen auf die Lichtverteilung
hat? Unseren Lampentest haben wir mit unserer Videokamera aufgenommen :
Leider mussten wir feststellen, dass der Servo nicht das ist,
was er sein sollte, denn er hakt und ruckelt etwas. Was tun? Wir beschlossen unseren umzutauschen. Der Servo, den wir jetzt haben, funktioniert einwandfrei, hat allerdings einen größeren Lenkausschlag, den wir
noch umsetzen müssen. Das hielt uns allerdings nicht ab, eine kleine Testfahrt über den Basteltisch zu machen.
So sieht das Röcheleisen derzeit aus, fehlen nur noch die Lichter an der Front und am Hänger.
Wie bereits oben im Bild zu erkennen, benutzten
wir eine Schraube als Gewicht für die ersten Testfahrten. Das ist natürlich nicht Sinn der Sache, wir brauchten ein flaches Gewicht, welches wir gut im Fahrerhaus unterbringen können. Der Anglerbedarf
half uns weiter. Geringe Gewichte von 0,2g - 0,8g standen uns offen, genau das richtige für den Modellbau.
Ich plante zuerst, die 0,8g Gewichte hinter den
Sitzen zu verstecken. Das war allerdings keine gute Idee, da aus der Schrägsicht von der Front aus die Gewichte sichtbar waren. Außerdem war es nicht schwer genug und das Fahrerhaus hatte kaum einen
Platz für 0,8g Gewichte, selbst 0,2g Gewichte hätte ich sichtbar positionieren müssen, was kaum möglich war.. Daher entschied ich mich, die kleinen Kugeln wieder abzunehmen und einen anderen Platz zu
suchen. Ich kam auf die idee, den Holraum zwischen Glas und Dach zu nutzen. Mit etwas Knetgummi, flach gerollt, hielten die Kugeln gut. Papa kam jedoch auf die Idee, aus einem etwas größeren und
schwereren Gewicht ein Stück heraus zusägen. Dies klappte besser als erwartet. Mit einem alten, noch etwas scharfen Seitenschneider, konnte ich das Stück nach meinem Wunsch bearbeiten. Sollte ich jedoch
zu viel Gewicht eingebaut haben, so kann ich das Gewicht je nach Bedarf variieren.
Zur Kaschierung der Klebeflecken habe ich eine
Bettdecke und ein Kissen aus altem Stoff geschnitten und aufgeklebt. Ein Bett war bereits geplant, daher auch keine Schande.
Sehr zu bemerken ist, dass das Kopfkissen aus nur
2 Schichten dünnen Stoff besteht, genau wie die Bettdecke. Um das Kopfkissen mit Federn zu füllen, habe ich die Hardcore Variante gewählt und eine 0,2g Kugel versteckt.
Die Kleberflecken sind von vorne gar nicht zu sehen und
trocknen innerhalb weniger Stunden weg.
Durch die ganzen Arbeiten am Interior und am
Fahrerhaus, bekam die Scheibe langsam Flecken von den Fingern. Das störte mich sehr, mit Haarwachs aus dem Kosmetikbereich war die Bearbeitung der Scheibe gut zu machen. Jetzt strahlt die Scheibe wieder
im vollem Glanze.
Viel fehlt an dem Modell jetzt nicht mehr, die Drähte der
Front (Fahrlicht + Blinklicht) wurden am Motor vorbeigeleitet und entsprechend angelötet. Damit wäre der Motorwagen fertig. Was nun noch fehlt, ist die Anhängerkupplung. Hierbei stellt sich die Frage wie und
wo wir die Kabel überleiten.
Natürlich haben wir von dem (fast) fertigen LKW ein kleines Video gemacht :
Jetzt fehlen nur noch Kleinteile, wie Spiegel, Liftachse usw.
Aus diesem Modell schließe ich, das ich es nie selber geschafft hätte. Daher ein ganz, ganz großes Lob an meinen Papa, der mit seinen vielen Erfahrungen und Ideen das Modell realisieren konnte.